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Inspiriert

… und bewegt!

Für eine schönere Kirche – weil Diskriminierung hässlich macht.

Karin Klemm, Theologin und Wegbegleiterin, fasst ihre Gedanken nach dem Juniatag 2021 im Kloster Fahr zusammen. Entstanden ist ein Artikel zu ihren Überlegungen, wozu die #JuniaInitiative inspiriert.

Geprägt ist die Initiative von Verschiedenheit – einerseits ist dies eine Schwäche, aber auch eine Stärke. Sie fragt nach der Berufung. Was hat es mit der Weihe für Frauen auf sich?

Worin liegen die Quellen? Und wer gibt Rückenwind?

Und da ist der Traum davon, dass wahr wird, was recht ist.

 

Zum Artikel: Für eine schönere Kirche

17. Mai 2021

Juniatag 2021 im Kloster Fahr

Windbrausen an der Limmat – ein lebendiger Regenbogen – Wortstille des Bibelteilens – Tränen des «Wie lange noch…?» und Flammen der «Kerzen für…» – Stifte huschen über Papier und halten leise Worte der Selbstermächtigung fest – die Frage nach Berufung – Bibliodrama: Textraumbegehung im geschützten Zimmer – immer wieder grosse Gespräche in kleiner Runde.

Keine Strahlkraft, zu wenig Aktion (wo ist die Liste für die Bischöfe?), zu leise. So die Töne zum Juniatag vor und auch nach dem Anlass in der Presse. Die bevorzugt schwarz und weiss, klare Kante und Aktion.

Es fehlt ihr die Wahrnehmung der Quellenkraft, die aushält, dass unser Leben mehr ist als «entweder oder», dass es «sowohl als auch» ist. Die Tränen des «Wie lange noch?» und die Flammen der «Kerzen für…», sie passen in eine Schale. Diese will vorsichtig getragen werden. «Ja!», die Langsamkeit dieser Vorsicht ist kaum auszuhalten.

Jede Kritik an der Initiative und jedes Massnehmen ausschliesslich an der Welt verkennt: Das Mass liegt in Gott dem/der Lebendigen. Gott ist Ursprung und Quelle; sie trägt. Gott begleitet die engagierten Frauen und Männer dabei, dass «sowohl als auch» auszuhalten; Gott ermutigt sie, die Stimme zu erheben und von Aktionismus abzusehen. Quellentage verbinden die Engagierten miteinander, bestärken sie und schenken ihnen «Schnuuf», für die nächsten Schritte.

Anne Burgmer

16. Mai 2021

Juniavigil zum Quellentag

Pfarrei Greifensee-Nänikon-Werrikon… Wiborada-Kapelle in St. Georgen… St. Franziskus Riehen und per Audio – Stream… Peterskapelle in Luzern… St. Josef in Köniz BE

An verschiedenen Orten feierten wir am 16. Mai 2021 gemeinsam eine Vigil um die Anliegen der #JuniaInitiative zu unterstützen. Werfen Sie einen Blick in die  Gottesdienstvorlagen:

Junia-Vigil Liturgieheft

Junia Textblatt Teilnehmende

Liturgie in englischer Sprache: Junia Vigil Liturgy

 

#Stimmen zur Vigil #eine schöne und persönliche Feier #per Audio Stream mitgefeiert #eine runde und gelungene Feier #wir waren sehr berührt #es hätte noch mehr Platz gehabt #stimmungsvoll #stark #Liturgie – in Leben verwandelt #danke den Schreiberinnen der Vigil #so eine schöne Liturgie #müssen wir immer wieder feiern #Danke fürs Kommen und gemeinsame Feiern #habt einen grossartigen Quellentag

7. März 2020

Sakramentale Sendung

Am 7. März 2020 nahmen ca. 25 Interessierte an einer theologischen Tagung zur JuniaInitiative in Luzern teil. Der unten stehende Text wurde anschliessend erarbeitet und soll als Grundlage für weitere Gespräche dienen.

 

Das zölibatäre Priestertum ist einschrieben in eine sakralisierte hierarchische Struktur, die in der Praxis immer weniger die Gemeinde und immer mehr die Selbsterhaltung dieses Systems im Fokus hat. Die #JuniaInitiative beobachtet diese Entwicklungen mit Sorge. Sie nimmt eine sakramentale Austrocknung in Gemeinden, Gemeinschaften und Institutionen wahr und kritisiert, dass kostbare Erfahrungen mit der göttlichen Gegenwart zugunsten der Erhaltung des Systems preisgegeben werden. Sie möchte einen Ausweg finden aus der Verknüpfung von Amt, Weihe, Macht und Geschlecht. Diese Verknüpfung hat grosses Unheil gebracht, das in letzten Jahren immer stärker sichtbar geworden ist.

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Unter Berücksichtigung der konkreten seelsorgerlichen Beziehungen und mit Blick auf die Seelsorger*innen anvertrauten Menschen arbeitet die #JuniaInitiative an Alternativen, die die Begegnung und die Beziehung mit dem Gegenüber und mit Gott ins Zentrum stellen. Mit dem Begriff der «Sakramentalen Sendung» führt sie nicht nur eine neue Begrifflichkeit ein, sondern möchte die Grundlage einer zukunftsfähigen und glaubwürdigen Kirche legen. Einer Kirche, die sich aus den Sakramenten als lebendige Gegenwart Gottes in unserem Leben nährt. Einer Kirche, die sich damit wieder eindeutiger in den Dienst der Menschen stellt.

Die römisch-katholische Kirche weiht heute Männer, die die sich für ein zölibatäres Leben verpflichten, und setzt diese anschliessend im kirchlichen Dienst als Pfarrer und Seelsorger ein. Aus einem begrenzten Pool von Menschen werden Ämter besetzt. Falls es an zölibatären Männern mangelt, werden Ämter vakant gelassen oder durch Menschen besetzt, deren Handeln durch die Kirchenleitung nur teilweise anerkannt wird. Der Vorschlag einer «sakramentalen Sendung» kehrt dieses Denken um. Im Zentrum stehen nicht die geweihten Männer sondern Gemeinden und Gemeinschaften, die Pfarreileitung, Verkündigung und die Feier von Sakramenten durch bewährte Seelsorger*innen brauchen und wünschen.

 

Viele erleben bereits mit ihren Seelsorger*innen, dass in allem seelsorgerlichen Handeln sakramentales Handeln geschieht, weil Christus durch die Seelsorger*innen handelt: In der Feier der sieben Sakramente, aber auch in der seelsorgerlichen  Beziehung zu den ihnen anvertrauten Menschen, in Leitungsaufgaben und bei der Verkündigung. Dieses sakramentale Handeln erfährt heute durch die Amtskirche keine offizielle Anerkennung in Form einer entsprechenden Ordination.

 

Menschen in Gemeinden, Gemeinschaften und Institutionen erleben dieses Handeln bereits heute als sakramental. Sie vertrauen sich Seelsorger*innen an, weil diese vertrauenswürdig sowie kompetent sind und ihre Bevollmächtigung wahrgenommen wird. Sie beten mit ihnen, sie bitten um die Feier der Sakramente. Viele Gläubige sind heute bereit, Seelsorger*innen für den sakramentalen Dienst zu senden. Die #JuniaInitiative vernetzt Seelsorger*innen, die bereit sind für eine sakramentale Sendung und Gemeinden und Gemeinschaften, die bereit sind sie zu senden. Sie macht sichtbar, für Pfarreien, Bischöfe und Landeskirchen, dass es längst bewährte Seelsorger*innen gibt, die bereit sind für eine sakramentale Sendung. Die Zeit ist reif, die Vielfalt sakramentalen Handels und längst bewährte Praxis anzuerkennen. Damit werden die Menschen in den Pfarreien bestärkt, mit unserer alten Kirche neue Wege zu gehen.

 

Die #JuniaInitiative schlägt vor, dass zukünftig Gemeinden und Gemeinschaften gemeinsam mit den Bischöfen und Kirchenleitungen Menschen zum sakramentalen Dienst beauftragen. In altkirchlicher Tradition geschieht die Ordination (deutsch: Beauftragung) durch Handauflegung. Kirchenleitung und Menschen aus Gemeinden, Gemeinschaften und Institutionen legen Seelsorger*innen gemeinsam die Hände auf und beauftragen sie zum sakramentalen Dienst.

 

Wie bereits mehrfach betont, ist es nicht das Ziel alle offenen Fragen auf einen Schlag zu beantworten, sondern viel mehr die kreative theologische Auseinandersetzung anzuregen. Während des Junia-Jahres, wird diese auch auf dieser Webseite und im theologischen Diskurs weitergeführt. Kontakt:  info@juniainitiative.com

 

Das neue Ritual zur Bevollmächtigung wurde uns freundlicherweise von Nico Deerksen zur Verfügung gestellt. Klicken Sie bitte hier zur Ansicht des Rituals.

 

Solidarität in Coronazeiten

Keine Gottesdienste. Gar keine. Zum Schutz von uns allen.

Viele Menschen vermissen das gemeinsame Feiern und Beten, weil es gerade in Zeiten von Bedrohung gut tut, zusammenzukommen in den Kirchen, den Häusern des Hoffens und Klagens, des Trostes und des Brotes.

Was uns bleibt, ist das gemeinsame Gebet in unseren Häusern und Wohnungen füreinander. In diesen Zeiten wurden Priester von ihren Bischöfen zu privaten Eucharistiefeiern aufgefordert, für die Gemeinde. Was ist das für ein Zeichen denen gegenüber, die verzichten und vermissen? Beten wir nicht nur für die Menschen, die unter den einschneidenden Massnahmen zum Schutze vor dem Virus leiden. Beten wir auch für die Kirchenleitung und die Priester, die meinen, dass Eucharistie ohne Gemeinde geht.

Werden wir jetzt in diesen dürren Zeiten zu einer solidarischen Kirche, die gemeinsam verzichtet, die gemeinsam betet, um dann wieder gemeinsam zu feiern.

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