Ein Kommentar

zu Nathalie Becquart und dem Frauenpriestertum

Frau Becquart spricht mir aus dem Herzen mit zweierlei Aussagen, die ich dem BBC-Beitrag entnehme:

Natürlich kann Berufung zu einer kirchlichen Aufgabe nicht allein auf einem persönlichen Gefühl oder einer persönlichen Entscheidung basieren. Berufung G*ttes will sich erweisen im Dienst an anderen Menschen, berufene Seelsorger*innen sollen sich bewähren in der Gemeinde, im Spital usw.

Und deshalb stimme ich Frau Becquart auch in der Aussage zu, dass die Kirche Berufung anerkennen soll. Leider erklärt sie nicht, warum das bei Männern anders sein soll als bei Frauen.

Meine Erfahrung lehrt mich: Berufung ergeht an einzelne, an Männer und Frauen (davon kenne ich viele). Berufung wird von der Kirche, meistens von einer Gemeinde, einer Gemeinschaft erlebt. Kirche konstituiert sich doch zuallererst durch die Gemeinden und Gemeinschaften, in denen das Leben geteilt wird, in denen gottesdienstliches Feiern auf dem Boden seelsorgerlicher Beziehungen möglich ist.

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Mein Vorschlag zur kirchlichen Anerkennung bewährter Seelsorger*innen: Keine Weihe, sondern eine Ordination, verantwortet und durchgeführt von zwei Menschen (aus der Gemeinde und eine Person aus der kirchlichen Leitung, z.B. eine Bischöfin). Im Lima-Papier von 1982 (Studie der Kommission für Glauben und Kirchenverfassung No. 111) wird schon empfohlen, dass alle, die eine öffentliche und ständige Aufgabe in der Kirche übernehmen, ordiniert werden sollen.

Und bis dahin? Wie wäre es, wenn die Menschen unserer Kirchenleitungen auf ihre Gemeinden hören, die froh sind um ihre berufenen und bewährten Seelsorger*innen.

 

Karin Klemm, Hospizseelsorgerin, engagiert in der #JuniaInitiative und in der Allianz gleichwürdig katholisch

 

Einen weiterführenden Artikel zu diesem Thema finden Sie auf kath.ch.

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Juniatag 2022

Das Feuer brennt weiter…

Am Sonntag, 15. Mai 2022 versammelten sich in Effretikon rund 30 Personen, Junia-Frauen und auch einige Männer, zum Junia-Tag. Dieses Jahr feierten wir unter dem Motto: «bei Euch aber soll es anders sein».Wir lebten dieses «anders sein» – im gemeinsamen Feiern, Beten, Nachdenken, Zuhören und in Gesprächen, in der Kirche und bei einem Glas Wein, teilten Brot und Erfahrungen und genossen einen Nachmittag lang unsere Gemeinschaft.Das Feuer der Begeisterung, das wir anzündeten, trug uns auch im Bibliodrama mit Claudia Mennen, beim Schreiben mit Susanne Andrea Birke und beim Zuhören. Per Zoom sprach Frau Prof. Dr. Marlis Gielen über Frauen in Leitungsfunktionen zur Zeit des Apostels Paulus. Frauen in Leitungsfunktionen heute feierten mit uns eine stärkende Liturgie im Rahmen eines «Feierabends» – mit Brot und Wein, mit Wort und Musik, mit Gebet und Musik, mit inspirierenden Texten von Jacqueline Keune.Kaffee, Kuchen, Wein und Brot, Käse und Oliven – und viele gute Gespräche, viel Lachen, viel Dank liessen den Nachmittag ausklingen.Danke an alle Junia-Frauen, Marion Grabenweger und an Monika Schmid für die Vorbereitung und die Gastfreundschaft! – Wir freuen uns schon auf den nächsten Junia-Tag am 17. Mai 2023 in Therwil!Iva Boutellier

 

Der Vortrag von Frau Prof. Gielen wurde aufgenommen und kann hier nachgehört werden.

 

 

Im Vorfeld unseres Tages erschien ein Interview mit Univ. Prof. Dr. Marlis Gielen auf kath.ch: „Niemand kann sagen: Sorry, lieber Gott, Frauen wollen wir nicht“.

Lesen Sie das Interview hier nach!

 

Flyer und Programm des Juniatages 2022!

Ordination zum sakramentalen Dienst

Wir sind priesterliche Menschen und möchten unseren Auftrag in Einheit mit unserer Kirche leben.

Wir Frauen* sind berufen zum sakramentalen Dienst und möchten dazu ordiniert sein. In aller Vielfalt der Lebenswege und Erfahrungen sind wir berufen durch die Heilige Geistkraft und durch Menschen, mit denen wir in der seelsorgerlichen Begleitung Gottes Nähe erleben und feiern. Wir möchten dies in Einheit mit unserer Kirche tun, die unseren Auftrag und unsere Sendung anerkennt.

Menschen sehnen sich nach der spürbaren und sichtbaren Zusage von Gottes Nähe, nach sakramentalen Zeichen und Feiern. Die Möglichkeit dafür auf das zölibatäre Weihepriestertum zu beschränken, ist eine Engführung, die dazu führt, dass immer weniger Sakramente in Einheit mit unserer Kirche gefeiert werden können: Qualitativ, weil unsere Berufungen und damit die Vielzahl der Vielfalt der Berufungen ausgegrenzt werden. Und quantitativ, weil kaum noch Männer diesen Weg wählen möchten.

Unserer Überzeugung und unserer starken inneren Bewegung treu stehen wir zu unserer Berufung und zu unserem Wunsch, uns in den sakramentalen Dienst zu stellen. Wir möchten dafür vom Bischof und von den Menschen, die unsere Berufung erlebt haben, gesendet und ordiniert werden.

Frauen und Männer, verbunden in der #JuniaInitiative
An Ostern 2021

Über uns

Vision

Wir träumen von einer Kirche, die sich wieder vermehrt auf ihre Wurzeln und ihren Ursprung in Jesus Christus besinnt, dass sie ihm nacheifere in Worten und Handeln und sich vehement gegen jede Form von Ausgrenzung einsetze. Wir träumen davon, dass sie in ihren eigenen Reihen damit beginnt alle Menschen und unabhängig von Geschlecht und Lebensform, entsprechend ihren Fähigkeiten und Charismen, in den Dienst zu nehmen und auszusenden.

Gesichter

Sendung unterstützen

Kennen Sie eine oder mehrere in der Seelsorge bewährte Frauen* persönlich? Falls diese bereits auf der Webseite als sendungsbereit aufgeführt sind, können Sie sie durch das Ausfüllen des Formulars mit einem aussagekräftigen Votum unterstützen und dem jeweiligen Ortsbischof zur sakramentalen Sendung empfehlen.

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